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Farbgenetik - Vererbung der Fellfarbe des Hundes

Übersicht der Genorte, die das Melanin beeinflussen

Die untenstehende Übersicht stellt lediglich einen kurzen Abriss über die Gene der Farbvererbung dar.
Detaillierte Informationen zu den einzelnen Genorten werden folgen.

1. Genorte (Loci), deren Allele steuern, ob und wo Eumelanin im Fellpigment auftritt bzw. ob und wo sich Phäomelanin zeigen kann.

1.1 Der E-Locus

Dominanzfolge: Em > E > e

Em : Der Maskenfaktor. Führt zu starker Eumelanineinlagerung im Bereich der Schnauze. Nicht zu verwechseln mit einer Welpenmaske, die im Laufe der Zeit zurückgeht.
E : Der Wildtyp. Eumelanin und Phäomelanin zeigt sich in Abhängigkeit der Loci A und K.
e : Das rezessive Gelb/Rot. Unterbindet Eumelaninbildung im gesamten Fell, nur Phäomelanin kommt zum Tragen.

1.2 Der K-Locus

Dominanzfolge: KB > kbr > ky

KB

:

Das dominante Schwarz - eindeutigere Bezeichnung: dominantes Nonagouti. Führt dazu, dass im gesamten Fell von der Haarwurzel bis zur Haarspitze Eumelanin eingelagert wird.
kbr : Das Brindle. Erlaubt die Einlagerung des Eumelanin in Form der gestromten Zeichnung.
ky : Der Wildtyp. Beide Melanintypen zeigen sich in Abhängigkeit des E- und A-Locus.

1.3 Der A-Locus

Dominanzfolge: Ay > A > at > a

Ay : Das dominante Gelb/Rot. Vermindert die Einlagerung von Eumelanin, zeigt verstärkt Phäomelanin. Das Haar ist (anfangs) zweifach gebändert. Rotes/Gelbes Haar zeigt eine eumelanistische Haarspitze, die in Abhängigkeit von modifizierenden Genen für Eumelanineinlagerung mehr oder weniger ausgebildet ist und mit der Zeit herauswächst.
A : Der Wildtyp (auch bekannt als Aw oder Ag). Führt zum typischen dreifach gebänderten Fell des Agouti. Eumelanin und Phäomelanin werden im Wechsel eingelagert. Nur noch bei wenigen Hunderassen vorkommendes Gen.
at : Das Nonagouti and Tan. Verteilt Eumelanin und Phäomelanin in Form der bekannten Tan-Zeichnung.
a : Das rezessive Schwarz (eindeutiger: rezessives Nonagouti). Führt dazu, dass im gesamten Fell von der Haarwurzel bis zur Haarspitze Eumelanin eingelagert wird. Im Gegensatz zu anderen Tierarten eine sehr seltene Mutation beim Hund.

1.4 Der Sattelfaktor

Das verantwortliche Gen für die Sattelzeichnung wurde in der Vergangenheit von Malcolm B. Willis als weitere Mutation des A-Locus vermutet. Dieses hat die heutige Forschung bisher nicht bestätigen können. Es liegt jedoch auch noch kein Ergebnis vor, ob tatsächlich ein anderer oder welcher Genort zuständig ist. Dennoch darf man davon ausgehen, dass es sich um einen anderen Genort als den A-Locus handelt, der die Sattelzeichnung hervorruft.
Eines ist mittlerweile bekannt: Bei einem Hund, der dem Genotypen eines Tans entspricht, kann diese Mutation das Tan im Laufe der Zeit erweitern, so dass wir phänotypisch am Ende ein Sattel-Tan haben.
Eine ähnliche Zeichnung erhält ein Hund, der genotypisch dem dominatem Rot/Gelb entspricht, aber zusätzlich starke Verdunklungsmodifikatoren aufweist. Diese modifizierenden Gene sorgen für eine verstärkte Einlagerung von Eumelanin in den Haarspitzen. Bekannt für diesen Verdunklungseffekt ist z. B. das sogenannte Umbrous (U).

 

2. Genorte (Loci), deren Allele das Melanin in einer Weise beeinflussen, dass das menschliche Auge hellere Farben wahrnimmt. Diese Loci steuern neben der Fellfarbe auch die Farbe der Haut (Nase, Leftzen, Augenlider, Pfoten) sowie die Augenfarbe.

2.1 Der B-Locus

Dominanzfolge: B > b

B : Der Wildtyp. Eumelanin erscheint schwarz (Pigmente sind oval).
b : Die Braunmutation. Eumelanin erscheint unserem Auge durch eine veränderte Form der Pigmente (eher rund) braun statt schwarz. Verschiedene Mutationen des "b" sind bekannt.

2.2 Der Ln-Locus (bekannt als D-Locus)

Dominanzfolge: Ln > ln (bekannt als D > d)

Ln : Der Wildtyp. Eumelanin erscheint schwarz, Phäomelanin gelblich bis rot.
ln : Die Grau- bzw. Blaumutation (das Leaden). Eumelanin erscheint durch Verklumpung der Pigmente grau statt schwarz. Phäomelanin wird nicht beeinflusst - im Gegensatz zur "echten" Dilute-Mutation (d), die das Rotpigment um die Hälfte seiner Farbtiefe reduziert, aber Gleiches beim Eumelanin bewirkt wie das Leaden.

 

3. Zusätzliche Genorte (Loci), deren Allele Einfluss auf das Melanin im Fell nehmen. Diese Genorte sind im Genom noch nicht identifiziert worden. Informationen basieren auf Zuchtdaten und Vergleiche mit anderen Tierarten.

3.1 Der G-Locus

Dominanzfolge: Gp > gp

Gp : Das fortschreitende Ergrauen (progressive greying). Melaninbildung wird mit zunehmendem Alter reduziert.
gp : Melanin wird nicht reduziert.

3.2 Der I-Locus

Dominanzfolge: I > i

I : Die Intensivierung von Rot. Phäomelanin wird verstärkt.
i : Phäomelanin ist vermindert.

Der I-Locus ist jedoch keine ausreichende Erklärung für die hohe Variabilität des Phäomelanin, denn seine Ausprägung ist von einem nahezu Weiß, über zartes Cremegelb und leuchtendem Orangegelb bis zu intensivem Dunkelrot veränderlich.
Sicher ist, dass ein dominanter Rotverstärker existiert, der das "natürliche" Rot intensiviert. Ebenso ist ein Rotverdünner mit rezessivem Erbgang in der Hundepopulation vorhanden. Diese beiden Rotmodifikatoren liegen gemäß Zuchtergebnissen auf unterschiedlichen Genorten.
Zusätzlich zeigen einige Rassen eine progressive Rotverdünnung, aber auch einen Wechsel in der Menge der Phäomelaninbildung im Fell über gewisse Zeiträume hinweg.
Als Verdünner des Phäomelanins bei anderen Tierarten sind z. B. der der G-Locus (Grey-Locus) und der C-Locus (siehe 4.) bekannt. Beide verdünnen vorwiegend das Phäomelanin, wobei die "stärkeren" C-Mutationen auch zunehmend das Eumelanin verdünnen - bis hin zur vollständigen Reduzierung beider Melanintypen (Albinismus).

 

4. Der Genort, der tatsächliche Farbverdünnung verursacht (Reduzierung von Eumelanin und Phäomelanin) ist der C-Locus. Aufgrund seiner Komplexität und weil bislang molekulargenetisch noch keine Mutationen beim Hund im Genom identifiziert wurden, wird er in dieser Übersicht nicht aufgeführt.
Trotz allem sind Mutationen an diesem Locus beim Hund sehr wahrscheinlich.
Sie nehmen Einfluss auf Haut-, Augen- und Fellfarbe.

 

 


Bolonka On Silent Wings
A. & O. Becker
Im Heidefeld 3
46049 Oberhausen
Germany
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Welpeninfo:
siehe Welpen


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Glossar


Locus = Genort auf einem Chromosom

Melanin = Farbpigment

Eumelanin = schwarzes/braunes Pigment

Phäomelanin = gelblich bis rotes Pigment

Allel = Zustandsform eines Gens

Wildtyp = ursprüngliches Allel

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Info zur Nomenklatur:

Innerhalb eines Genortes werden die Kürzel der dominierenden Allele mit Großbuchstaben, die Kürzel der rezessiven Allele mit Kleinbuchstaben benannt.
 


 

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